Wasser | Cyanidentfernung

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Physikalisch-chemische Abwasseranlage: Cyanidentfernung

Ziel

  • Oxidation und Entfernung von toxischem Cyanid CN-

Vorgang

Cyanide (CN-) werden hauptsächlich in industriellen Prozessen zur Oberflächenbehandlung von Metallen eingesetzt. Diese giftige Komponente gelangt in das Abwasser und muss vor der weiteren Behandlung entfernt werden. Cyanidfreie Alternativen wurden in vielen Fällen bereits in Galvano-Behandlungen (z. B. Verzinkung) eingeführt, in Ausnahmesituationen finden sich jedoch immer noch cyanidhaltige Anwendungen.

Die Techniken der Abwasserbehandlung konzentrieren sich auf die Entgiftung von frei gelösten Cyaniden durch Oxidation mit Natriumhypochlorit (NaOCl). Der Nitrit-, Sulfid- und Sulfitgehalt wird ebenfalls oxidiert. Die Restprodukte können anschließend durch Koagulation in einer konventionellen physikalisch-chemischen Abwasserbehandlungsanlage entsorgt werden.

Prinzip und Schema

Cyanide werden im alkalischen Milieu in zwei Schritten mit NaOCl oxidiert, wobei Cyanat als Zwischenprodukt und Stickstoffgas im Endprodukt eingesetzt werden. Eine pH-Sonde steuert die Dosierung von Chemikalien. Die Reaktionen sind:

NaCN + NaOCl => NaCNO + NaCl

2 NaCNO + 3 NaOCl + H2O => 3 NaCl + N2 ↑ + 2 NaHCO3

Projektbeispiel

Eine physikalisch-chemische Wasseraufbereitungsanlage mit Cyanidoxidation in einer Anlage mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen. Diese Aufbereitungsanlage wurde von Trevi durchgeführt und wird von Trevi überwacht.

Eine physikalisch-chemische Wasseraufbereitungsanlage in Containerform mit Cyanidoxidation.

Betriebskosten

Die Hauptbetriebskosten sind die Kosten für Chemikalien.

Ansatz von Trevi

Trevi unterscheidet an der Quelle zwischen cyanidhaltigem und cyanidfreiem Abwasser. Durch die Verwendung cyanidfreier Alternativen kann eine spezifische Wasseraufbereitung vermieden werden. Bei Verwendung von Cyanid werden nur cyanidhaltige Abwasserströme einer Cyanidoxidation unterzogen und das Abwasser, das das oxidierte Restprodukt enthält, kann anschließend mit dem cyanidfreien Abwasser behandelt werden, in der Regel in einem
Koagulations- und  Flockungsverfahren. Neben der Reduzierung der Chemikalienkosten ermöglicht dies auch den Bau von kompakten Kläranlagen. Um die gewünschten Behandlungsergebnisse für eine neue Kläranlage zu gewährleisten, wird deren Dimensionierung stets durch Pilotversuche unterstützt.